Live aus London / Genf

02.06.2022

Im Rahmen des KV Plus können sich angehende Kaufleute für zwei Auslandssemester qualifizieren. Während jeweils sechs Monaten stärken sie ihre Sprachkenntnisse in Englisch sowie Französisch und können am Ende des Aufenthaltes höhere Sprachzertifikate direkt vor Ort absolvieren. Zwei Mädels reisen dieses Jahr nach Genf und London und berichten regelmässig über ihre Erfahrungen. 


Vanessa Lötscher, Kauffrau 3. Lehrjahr

Schon bevor ich meine Ausbildung gestartet habe, hörte ich bereits vom KV Plus. Für mich war dies von Anfang an ein super spannendes Projekt. Die Sprachen begeisterten mich schon immer. Es gibt keine bessere Möglichkeit eine Fremdsprache zu lernen, als wenn man sich im Ausland aufhält und die Sprache vor Ort lernen kann. Dies bereits während der Ausbildung zu erleben ist ein grosses Privileg. Trotz der aktuell schwierigen Situation wird das KV Plus dieses Jahr durchgeführt und ich freue mich diese super Chance mit Schindler zu packen und ein Jahr meine Sprachkenntnisse zu verbessern. In diesem Jahr möchte ich die Kulturen kennenlernen und mich auch in meiner Selbständigkeit weiterentwickeln. Bestimmt werde ich viele tolle Erfahrungen und Erinnerungen sammeln, welche mir für immer in Erinnerung bleiben werden.

Jil Helfenstein, Kauffrau 3. Lehrjahr

Innerhalb der kaufmännischen Lehre schon Berufserfahrung im französischen und englischen Sprachraum zu sammeln und dabei noch die Sprache lernen, ist genau das, was das KV Plus ermöglicht. Als ich das erste Mal davon hörte, wusste ich, das ist genau mein Ding. Seit klein auf, bin ich begeistert neue Sprachen zu erlernen und anzuwenden. Die Chance, dies bereits während der Lehre zu absolvieren, lasse ich mir auf keinen Fall entgehen.
Ich freue mich auf ein spannendes sowie lehrreiches Jahr in Genf und London und hoffe auf viele positive Erfahrungen, welche mich in meiner beruflichen Zukunft weiterbringen werden.
 


Januar - Vanessa berichtet aus London

I am looking back on a marvellous time!

Mein Abenteuer mit Schindler UK nähert sich bereits dem Ende. Die vergangene Zeit war enorm lehrreich in so vielen verschiedenen Bereichen. Ich habe nicht bloss meine englischen Sprachkenntnisse, sondern auch Selbstständigkeit oder meine Offenheit verbessert.

Natur Historisches Museum, Blauwal Skelett - KV Plus
Natur Historisches Museum, Blauwal Skelett

 

Seit Oktober lebte ich mit einer Gastschwester, welche dieselbe Sprachschule besuchte im gleichen Haus. Sie war von Spanien und ist ebenfalls bis im Dezember in England gewesen, um das Advanced zu absolvieren. Gemeinsam mit vier anderen Girls unternahmen wir an unseren Wochenenden viele abenteuerliche Ausflüge. Wir erkundeten jede Ecke Londons und machten uns auf den Weg, um auch weiter entfernte Orte wie Cambridge und Brighton zu sehen. Vom Natural History Museum über den Skygarden bis zum Portobello Streetmarket und noch vieles mehr war alles dabei. Wir waren Touristen, aber fühlten uns in London nach einigen Monaten heimisch. Die Stadt ist riesig und in der Zeit hier fanden wir immer neues zu entdecken. Wir hatten uns so viel zu erzählen und es war total interessant, gemeinsam unterwegs zu sein. Auch beim Lernen und in der Schule konnten wir uns gegenseitig unterstützen. Ich ging jeweils an zwei Nachmittagen zur Schule um mich ideal auf meine Prüfung vorzubereiten. Im Dezember galt es dann ernst. Wir verbrachten den ganzen Samstag in einem Exam-centre und absolvierten unter strengen Massnahmen unser Advanced Zertifikat. Die Erleichterung nach diesem Tag war sehr gross. Nun heisst es «wait and see», bis ich im Februar meine Resultate erhalten.

Weihnachtsstimmung im Büro - KV Plus
Weihnachtsstimmung im Büro

Bei der Arbeit war ich immer bestens aufgehoben und mein Team hat mich mit Aufgaben eingedeckt, bei welchen ich Eigenverantwortung übernehmen und mich so gut integrieren konnte. Schade war allerdings, dass ich wegen der aktuellen Sitation mein Team nie persönlich im Büro kennenlernen durfte. Vor Ort lernte ich aber trotzdem nach und nach mehr Arbeitskollegen*innen kennen und mit einigen von ihnen habe ich ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut. Mit guten Arbeitskollegen*innen macht die Arbeit gleich doppelt Spass. Gemeinsam haben wir uns viel ausgetauscht und auch das Büro weihnachtlich dekoriert.

 

Die Wochen vergingen wie im Flug. Im November merkte man überall, dass die Weihnachtszeit kommt und die Strassen von London waren sehr imposant geschmückt. Man kann es nicht vergleichen mit der Weihnachtsdekoration in der Schweiz! Jede Strasse, jede Gasse und jede Boutique ist mit Lichtern verziert. Dieses Spektakel ist jedenfalls etwas, was man einmal gesehen haben muss, just wonderful!
Bald hiess es auch schon "Time to say goodbye". Doch zuvor wollte mir Corona einen Strich durch die Rechnung machen. In England ist sehr bald nach Auftreten der neuen COVID-Variante der erste Fall bestätigt worden und die Schweiz verschärfte sofort die Massnahmen. Für mich hiess es ab sofort; ab in Quarantäne, sobald ich in der Schweiz ankomme. Weihnachten in Quarantäne zu verbringen war eindeutig nicht meine Vorstellung. Nach einer weiteren Woche änderten sich diese Massnahmen glücklicherweise erneut und es wurde nur noch ein PCR-Test zur Einreise in die Schweiz verlangt. Erleichtert über diese Lockerung genoss ich also noch meine letzte Woche.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mich vor Weihnachten auf den Heimweg gemacht. Abschied nehmen gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben, aber es gehört dazu. Für mich war es nicht ein Abschied, für mich war es eher ein bis bald, trotzdem gab es einige Tränen. Ich habe in England viele liebevolle Menschen kennengelernt, mit welchen ich in Kontakt bleiben will. Das einzige was ich mit nach Hause nahm, war ein Koffer voller schöner Erinnerungen und Erfahrungen. Zur gleichen Zeit steigerte sich meine Vorfreude, dass ich bald meine Familie nach langer Zeit wiedersehe.

 

Die Weihnachtsferien verbrachte ich mit meinen Liebsten und dem Einleben zurück zu Hause. Anfänglich fühlte es sich ungewohnt an, plötzlich wieder im eigenen Bett zu schlafen, aber ich fand schnell zurück in meinen Alltag.

Für meine verbleibende Zeit im Januar werde ich im Homeoffice mit Schindler UK zusammenarbeiten und sie noch ein paar weitere Wochen unterstützen. Danach geht es für mich ab nach Genf und ich freue mich auf das Abenteuer, welches mich in der Westschweiz erwartet.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Schindler Berufsbildung sowie beim KV Luzern und LinguaService, dass mir dieses Projekt ermöglicht wird.

 

Bis bald aus Genf,
Vanessa


Oktober - Jil berichtet aus Genf

Bonjour de Genève!

Jetzt sind doch auch schon vier Monate rum, seitdem ich in Genf angefangen habe. Am 1. August reiste ich mit dem Zug von Luzern nach Genf. Meine Gastmutter holte mich am Bahnhof ab und zusammen reisten wir zu meinem neuen Zuhause. Ich habe ein gemütliches Zimmer, mit Schminktisch, TV und Kühlschrank inklusive. Ich lebe bei einem älteren Ehepaar. Beide sind sehr aufgestellt und sehr herzlich zu mir. «Ma chérie» nennen sie mich immer. In der Wohnung lebt auch noch Théo, der Kater und Chef vom Hause. Er liebt es zu kuscheln, hat aber auch ziemlich viel Blödsinn im Kopf. Einmal kam er in mein Zimmer und zerfetzte einen Papiersack, der auf dem Pult stand. Es gab ein grosses Chaos und ich durfte es putzen. Dafür entschuldigte er sich, in dem er eine Spinne in meinem Zimmer frass, vor der ich teuflische Angst hatte. Es ist wohl eine Hass-Liebe zwischen uns entstanden.

Geschäftsstelle Schindler - KV Plus
Geschäftsstelle Schindler Genf

Gleich danach startete ein zweiwöchiger Intensivkurs, in dem ich die Basics repetierte und mich wieder ins Französisch hineinfand, was gar nicht so leicht war. Ich landete zuerst in einer «French Business Class». Dort fand ich 30-50-jährige Leute vor, die alle schon drei Jahre oder länger hier lebten und sich noch das Französisch für das «daily business» aneignen wollten. Nun, das war nicht gleich meinem Niveau entsprechend. Nach einigen Absprachen konnte ich das Niveau wechseln und fühlte mich schon einiges wohler.

 

Seit dem 16. August 2021 unterstütze ich das Backoffice von Schindler Genf, und helfe auch gerne bei der Abteilung MOD (=Modernisierung) aus. Meine Hauptaufgaben sind Serviceverträge erstellen, bei Kalkulationen mitwirken und Lifte in internen Tools konfigurieren. Die Arbeit macht mir sehr Spass, da ich mich besonders für das technische interessiere.

«Aller Anfang ist schwer». Ich glaube dies trifft sehr gut zu. Arbeiten und Leben auf Französisch, ohne auch nur ein Wort Deutsch um dich zu haben, ist eine riesen Umstellung. Man kann das Französisch hier kaum mit dem in der Schule vergleichen. Alle sprechen schnell und jeder mit einem anderen Dialekt. Ich merke aber, wie es von Tag zu Tag besser wird. Nun kann ich bereits mitdiskutieren oder Witze machen. Man braucht eben Geduld und man kann nicht von Anfang an alles perfekt, das muss ich wohl noch lernen.

Place de nations Genf - KV Plus
Place de Nations Genf

Genf ist eine wunderschöne und zugleich riesige Stadt. Das war eine grosse Umstellung für mich. Man grüsst sich hier nicht auf der Strasse und kennt nur grob seine Nachbarn, wenn überhaupt. Dafür trifft man hier jegliche Art von Leuten auf der Strasse, was das Stadtleben hier noch faszinierter macht.

 

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei Schindler und dem KV Luzern bedanken für die grossartige Chance, die ihr mir ermöglicht habt. Ich lerne hier nicht nur die Sprachen, sondern auch so vieles für das Leben, welches mich in Zukunft weiterbringen wird. Ich werde mit einem grossen Lachen auf dieses erfolgreiche Jahr zurückblicken und dafür bin ich unendlich dankbar.
Ich freue mich auf eine weitere interessante und lehrreiche Zeit hier in Genf! Jetzt muss ich aber erstmal schauen, was Théo schon wieder angestellt hat…

Bisous, Jil


September - Vanessa berichtet aus London

Mein Start in England
Bereits seit zwei Monaten lebe ich nun hier in England. Mein Abenteuer startete am 01. August 2021 und nach meiner Ankunft lernte ich meine Gastmutter kennen. Ich lebe mit ihr in einem typischen englischen Reihenhaus mitten in Wimbledon. Wir unterhalten uns sehr viel, trinken gemeinsam Tee und zappen uns durch die englischen Fernsehshows.

Leider hiess es für mich nach meiner Ankunft gleich ab in Quarantäne. Über Zoom konnte ich von zu Hause aus wie geplant an meinem Sprachunterricht teilnehmen. Es war ein Intensivkurs, welcher täglich von 09:15 bis 15:45 dauerte. Während der Selbstisolation musste ich weitere drei PCR Tests machen, um nach 5 Tagen die Quarantäne verlassen zu können. Die Woche in meinem Zimmer war anstrengend, aber ich hatte viel dabei, um mich zu beschäftigen.

Danach war ich frei und konnte meine zweite Woche des Intensivkurses in der Wimbledon School of Englisch absolvieren. Ich lernte viele andere Studenten kennen und konnte gute Kontakte knüpfen. Mit den neuen Freunden verbringe ich die Wochenenden und gemeinsam erkunden wir London und Umgebung.

Seit dem 16. August 2021 arbeite ich bei Schindler LTD, in Addlestone. Ich darf glücklicherweise jeden Tag ins Büro kommen und lerne so nach und nach die Mitarbeitenden persönlich kennen. Meine Einarbeitung fand grösstenteils über Teams mithilfe von Screensharing statt. Momentan arbeiten täglich nur rund 10 % aller Mitarbeiter vor Ort (10 Personen). Alle sind sehr hilfsbereit und offen, so ist mir mein Start gut gelungen. Ich bin in der Finanzabteilung tätig. Momentan umfassen meine Hauptaufgaben das Erstellen von verschiedenen Reports und Rechnungen, welche vom Finanzteam zur Analyse benötigt werden. Jeden Tag erfahre ich mehr über die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und es ist sehr interessant.

London Eye - KV Plus
London Eye

Neben der Arbeit besuche ich jeweils zweimal die Woche am Nachmittag die Sprachschule als Vorbereitung auf mein Sprachdiplom, welches ich am Ende des Aufenthaltes machen werde. Dadurch, dass ich durchgehend von englischsprechenden Menschen umgeben bin, fällt mir das Kommunizieren viel einfacher als bisher in der Berufsfachschule und ich profitiere sehr davon.

Obwohl ich noch nicht lange in England lebe, habe ich schon vieles gesehen und auch die britische Kultur kennengelernt. Hier in London gibt es stets Neues zu entdecken. Ich bin gespannt, was mich in den nächsten Monaten erwartet und berichte gerne zu einem späteren Zeitpunkt wieder von meinem Abenteuer.

Vanessa Lötscher


Wir sind gerne für dich da.