Live aus London / Genf

12.05.2020

Im Rahmen des KV Plus können sich angehende Kaufleute für zwei Auslandssemester qualifizieren. Während jeweils sechs Monaten stärken sie ihre Sprachkenntnisse in Englisch sowie Französisch und können am Ende des Aufenthaltes höhere Sprachzertifikate direkt vor Ort absolvieren.

Ihr bereits erworbenes Wissen wird täglich angewandt und ausgebaut. Im Daily Business werden zudem interkulturelle Erfahrungen erweitert und das Selbstvertrauen gestärkt. Dieses Jahr wird Janine Bumann dieses Abenteuer erfahren und alle zwei Monate zuerst aus London, dann von Genf berichten.


Janine Bumann
Janine Bumann

Im Ausland zu leben und zu arbeiten war schon lange ein Wunsch von mir. Dies bei der Firma Schindler bereits während der Lehre erleben zu dürfen, ist natürlich eine einmalige Gelegenheit. Während diesem Jahr möchte ich über das Leben und die Kulturen in England und in der Westschweiz mehr erfahren und natürlich wünsche ich mir, dass ich sprachlich profitieren kann. Bestimmt werde ich auch selbstständiger. Dies sind meine Beweggründe und Motivation, welche mich ins das KV Plus führten. Bestimmt werde ich all die wertvollen Erlebnisse und Eindrücke aus diesem Exklusiv-Jahr für immer in Erinnerung behalten.


April

12.05.2020

Ich glaube im Moment befinden wir uns alle in einer speziellen Situation. Auch mich beeinflusst der Corona Virus. Seit gut 1.5 Monate arbeite ich für Schindler Genf im Homeoffice von meinem Zuhause in Eschenbach aus. Gerne vermittle ich euch Unterschiede der verschiedenen Ansichten aus dem Leben in Genf und in der Zentralschweiz.

 

Das Leben in Genf

Genf ist die zweitgrösste Stadt der Schweiz, nach Zürich. Nur schon deshalb ist das Leben für mich ganz anders; man grüsst sich auf den Strassen nicht und man kennt sich nicht mal im eigenen Quartier. Dies gehört zur Normalität einer Grossstadt. Wenn man durch die Strassen läuft, hört man selten Französisch, Genf ist als kulturgemischte und internationale Stadt bekannt. Die Kulturendurchmischung macht es dann auch aus, dass in Genf alles erhältlich ist. Die Fülle von Internationalen Ketten im Bereich Gastro, Lebensmittel, aber auch Nonfood lässt keine Wünsche offen. Der öffentliche Verkehr fährt sehr regelmässig, was für mich natürlich sehr praktisch ist.

 

Arbeiten im Büro von Schindler Genf

Für gut knapp zwei Monaten konnte ich glücklicherweise meinen Aufenthalt im Büro erleben. Vom Team wurde ich sehr schnell aufgenommen und alle sind sehr hilfsbereit und freundlich. Ich fühlte mich sehr rasch wohl. Die Pausen am Vormittag und am Mittag verbrachten wir gemeinsam, was den privaten Austausch förderte und meine Französischkenntnis entwickeln liess. Dadurch gelangte mein Englisch auch schneller in den Hintergrund. Ich arbeite sehr gerne im Team, was ich sehr gut umsetzen konnte.

 

Corona Situation in Genf

Die jetzige Situation ist in Genf nicht angenehm. Aus diesem Grund kehrte ich am 16. März in die Zentralschweiz zurück. Die Schindler Aufzüge AG in Genf hat immer noch grosse Probleme, da Genf direkt an der französischen Grenze liegt und dadurch viele Grenzgänger durch die gesperrten Grenzen nicht zur Arbeit gelangen können. Im Moment arbeiten natürlich alle auch von zu Hause aus.

Das Leben in der Zentralschweiz

Ich wohne mit meiner Familie in einem kleinen Dorf in der Zentralschweiz. Hier ist es für mich, nach dem halben Jahr in London und die zwei Monate in Genf, totenstill. Ich höre die Vögel zwitschern, die Kirchenglocken läuten und es hat eindeutig weniger Autoverkehr. Es kann natürlich sehr erholsam sein, aber was ich besonders vermisse ist, dass man nicht alles direkt in meinem Wohnort einkaufen kann.


Homeoffice

Wir vom Schindler arbeiten alle von zu Hause aus. Am Anfang war dies für mich eine sehr grosse Umstellung, es ist immer ruhig und ich arbeite völlig allein. Zum Glück arbeitet meinen Bruder auch zu Hause und wir können immerhin die Pausen gemeinsam verbringen und Kommunikation pflegen.

Ich bin überrascht wie konzentriert ich Zuhause arbeiten kann. Mit der Effizienz ist es für mich als Lernende im Büro bestimmt besser. Dort kann ich bei Fragen direkt die Praxisbetreuerin darauf ansprechen. Beim Homeoffice kommunizieren wir oft via Skype for Business oder per Telefon. Dadurch muss ich beim Arbeiten Geduld haben. Oftmals muss sie Rückfragen an Drittpersonen stellen, bevor ich das Fortführen meiner Arbeit in Angriff nehmen kann.


Corona Situation in der Zentralschweiz

Ich denke, es ist uns allen bewusst, dass uns der Coronavirus treffen kann. Natürlich sind Grenzkantone viel stärker betroffen, da die Anzahl Infizierter im angrenzenden Ausland grösser ist. Ich vermeide momentan den Kontakt zu Kollegen und Freunden, was ich sehr bedaure. Ich würde sie alle sehr gerne wieder mal sehen. Aufgrund meiner KV Plus Absenz verstärkt sich dieses Verlangen natürlich noch mehr.

Auch ich habe, wie viele andere Einwohner der Schweiz viele offenen Fragen zum Thema und wie es wohl weiter geht. Ich hoffe aber fest, dass bald wieder eine gewisse Normalität eintrifft. Traurigerweise habe ich Ende April mit Schindler gemeinsam entschieden, dass ich mein KV Plus Jahr abbrechen muss, da der Coronavirus in Genf noch immer omnipräsent ist. Nun bin ich Alles am Stornieren und mit Schindler Ebikon in Kontakt, wo ich hoffentlich schon bald die Arbeit wieder aufnehmen kann. 

 

Eure Janine


März

31.03.2020

Nun bin ich schon seit zwei Monaten hier in Genf. Der Start in das Westschweizer-Leben war am Anfang sehr speziell, ein sogenannter Kulturschock von London nach Genf. Genau solche Erlebnisse bereichern aber mein aktuelles Leben und Erweitern meinen Horizont.

Am Anfang stand ich vor einer grossen Sprachbarriere, ich antwortete immer auf Englisch, was von meinen Gesprächspartnern nicht verstanden wurde. Ich konnte sprachlich nicht von einem Tag auf den anderen umswitchen. Es braucht Geduld und ich merke, dass ich die Veränderung immer besser schaffe.

Jeweils an zwei Abenden pro Woche besuche ich einen Französischkurs. Die besten Spracherfahrungen und somit auch Prüfungsvorbereitung erlebe ich jedoch im Arbeitsalltag. Da habe ich keine andere Wahl, als die Sprache anzuwenden. Ich arbeite bei Schindler Genf in der Abteilung der Serviceverträge. Das heisst ich unterstütze unsere Verkäufer bei der Preiskalkulation und beim anschliessenden Erstellen des Vertrags. Daneben habe ich noch weitere verschiedene Aufgaben. Für mich ist es sehr spannend, weil ich bei Schindler noch nie im Servicebereich gearbeitet habe. In Ebikon war ich im Human Ressource und im Finanzbereich. Mein Team in Genf ist sehr offen und probiert mich bei den Gesprächen zu integrieren.

Brücke in Genf

Genf ist eine sehr kulturgemischte Stadt. Wenn ich durch die Strassen laufe kommt mir eine Unmenge an verschiedenen Sprachen ins Ohr, natürlich auch Französisch. Ich finde es toll, dass ich vieleverschiedene Freizeitaktivitäten in Genf praktizieren kann.

Auch hier in Genf lebe ich bei einer Gastfamilie. Sie besteht aus einem älteren Paar, welches viel Besuch von Kindern und Grosskindern bekommt. Zurzeit lebe ich für zwei Monate mit dem Mann alleine in der Wohnung. Die Tochter der Frau lebt in Singapur und bekommt in den nächsten Tagen ihr erstes Kind. So ist meine Madame zur Unterstützung nach Singapur gereist. Bei ihnen fühle ich mich sehr wohl, das Zimmer ist gemütlich, das Essen ist sehr fein und sie respektiv im Moment nur er redet oft mit mir, was ich sehr schätze.

Natürlich merkte ich auch in Genf die aufkommende Problematik mit dem Coronavirus. Da die Lage in Genf schlimm war, entschloss der Schindler in Genf mit Homeoffice zu starten. Aus diesem Grund vereinbarten meine Ausbildnerin und ich, dass ich bis Ostern von zu Hause in Luzern arbeite. Nachher werden wir die Situation anschauen und ich hoffe natürlich, dass ich bald wieder nach Genf zurückkehren kann und beim Französischlernen weiterhin Fortschritt machen werde.

 


Januar

30.01.2020

Jedes Abenteuer kommt leider zu einem Ende, aber glücklicherweise startet für mich bald ein Neues.

Die wunderschöne Weihnachtszeit feierte ich zu Hause, zwar ohne Schnee, aber mit der ganzen Familie und meinen Freunden. Es freute mich sehr alle nach fünf Monaten wiederzusehen. Zu Beginn starrte ich um mich herum alle komisch an, ich war nicht mehr gewohnt meine Gesprächspartner ohne besondere Konzentration verstehen zu können – doch Schweizerdeutsch geht nicht vergessen.

Zurück in Addlestone holte mich der Alltag schnell wieder ein. Aufgrund des Jahresabschlusss sind alle etwas gestresst. Meine Arbeiten haben sich stark verändert, da mein Hauptaufgabengebiet, das Erstellen von Rechnungen, an jemand anders in der Abteilung vergeben wurde. Natürlich habe ich aber neue Arbeiten erhalten. Ich fühle mich sehr wohl im Team und ich schaue bereits jetzt mit etwas Wehmut auf den kommenden Abschied von Schindler UK.

Im Dezember absolvierte ich die Englisch Examen des Niveau First und Advanced. Während den Prüfungen war es sehr schwierig beurteilen zu können, ob meine Leistungen dem Zertifikat entsprechen. Alles in allem bin ich aber erleichtert, dass es vorbei ist und auch dankbar, dass ich eine solche Erfahrung machen durfte. Während der Vorbereitungszeit und je näher die Prüfungen kamen, war ich sehr nervös, konnte mich aber am Prüfungstag gut fokussieren. Jetzt warte ich gespannt auf die Resultate.

Vor Weihnachten galt es das erste Mal Abschied zu nehmen. All meine Kollegen und Kolleginnen aus der Sprachschule reisten nach Hause, zum Teil soweit, dass ein Wiedersehen eher unwahrscheinlich ist.

Im Januar war Wimbledon für mich am Anfang sehr ruhig und komisch, ohne meine Freunde. Glücklicherweise begegne ich immer wieder neuen Studenten und kann mit ihnen viel erleben.

Ich bin sehr glücklich, dass für das nächste Semester in Genf alles organisiert ist, so kann ich meine letzten Tage hier in London geniessen.

Nach 6 Monaten kann ich zurückblickend bestätigen viel von London gesehen zu haben, zum Teil ganz versteckte Winkel weit ab vom ganzen Touristenstrom. Ich werde die Stadt sicherlich vermissen und ganz bestimmt auch meine Gastmutter. So denke ich jetzt schon daran meine liebgewonnene „Zweitheimat“ bald wieder zu besuchen.


November

05.12.2019

Bereits lebe ich seit drei Monaten hier in England. Der Kalender und mein Empfinden gegenüber der Zeit stimmen nicht überein, die Wochen entschwinden nur so in meinen Händen.

Mein Arbeitsgebiet bei Schindler UK ist inzwischen sehr vielseitig. Die zentrale Aufgabe ist das Erstellen von Kunden-Rechnungen. Ich versende auch bereits erstellte Rechnung an Kunden. Das Abarbeiten von verschiedenen Mailboxen gehört auch zu meinem Aufgabenkatalog. Daneben gibt es viele weitere kleine Aufgaben, welche ich zwischendurch zu erledigen habe.

Zusammen mit der Sprache, das Business-Englisch ist nicht ganz einfach, war das Erledigen dieser Aufgaben anfänglich aufwendig und kompliziert. Zum Glück konnte ich auf gute Anleitungen und auf die Unterstützung meiner Mitarbeiter zählen. Mit der Routine und dem Sprachverständnis kam auch die Freude an diesen Abläufen.

Mitte November hatten wir hier im Schindler hohen Besuch von Silvio Napoli (Verwaltungsratpräsident Schindler Group). Er erzählte uns einige Informationen vom laufendem Jahr was sehr interessant war.

Wechsel der Wache
Zeremonie bei Wechsel der Wache

Bei meiner Gastmutter bin ich immer noch total happy, sie ist fürsorglich und unterhaltsam. Seit meinem letzten Bericht hatten wir viele Wechsel von Studenten, der Alltag ist dadurch sehr abwechslungsreich. Ich lerne dabei viele Menschen aus verschiedenen Kulturen kennen, eine echte Bereicherung.

An den Wochenenden fahre ich häufig nach London und besuche dort viele wunderschöne Plätze. Endlich habe ich es geschafft und konnte dem bekannten «change of the guards» im Buckingham Palace beiwohnen. Ein Spektakel pur, es dauerte eine ganze Stunde und der Platz war vollgepackt mit geduldigen Zuschauern.

Anfangs November ging ich mit Schulfreunden nach Oxford. Die Stadt ist mit dem Zug in rund 2 Stunden von London erreichbar. Wunderschön ist diese Universitäts-Stadt mit ihren historischen, imposanten Gebäuden. Ich hatte das Glück, dass per Zufall an diesem Wochenende die Begrüssungsfeier der neuen Studenten stattfand. Überall wo das Auge hinschaute, waren die bekannten Schul-Uniformen zu sehen.

Die Vorweihnachtszeit beginnt auch in London. Seit Mitte November sind die Weihnachtsbeleuchtungen eingeschaltet, Weihnachts- und Wintergefühle dürfen aufkommen.


Tennis Court Wimbledon
Tennis Court Wimbledon

September

01.10.2019

Mein KV Plus Projekt startete am 28. Juli. Ich flog von Zürich nach London Heathrow. In London lebe ich zusammen mit meiner Gastmutter und anderen Studentinnen aus verschiedenen Ländern in einem typischen englischen Reihenhaus im Zentrum von Wimbledon.

Meine Gastmutter ist bereits Grossmutter und ihre Tochter kommt oft mit der Enkelin zu Besuch. In meinem Zuhause fühle ich mich sehr wohl. Manchmal fühle ich mich wie in einem Hotel; meine Gastmutter kocht sehr fein, wäscht meine Sachen und reinigt auch mein Zimmer, was nicht selbstverständlich ist. Am meisten schätze ich, dass sie mit uns Studenten sehr oft Zeit verbringt und mit uns sehr viel redet. Dadurch kann ich mein Englisch auch Zuhause verbessern.

Die ersten zwei Wochen hatte ich intensiv Kurs in der Schule School of English in Wimbledon. Natürlich war die Schule nicht so streng wie in der Schweiz, da unser Stundenplan nur von 09.00 – 16.00 Uhr dauert.

Nach den zwei Wochen startete ich mit der Arbeit bei Schindler UK. Das Büro steht in Addlestone, 25 Minuten Zugfahrt von Wimbledon entfernt, in einem sehr neuen Business Park. Alles ist sehr edel und modern eingerichtet. Ich unterstütze dort den Finanz Bereich. Die erste Woche wurde ich durch meinen Vorgänger eingearbeitet und seitdem bin ich nun auf mich allein gestellt. Bei Fragen kann ich auf meine Mitarbeiter der Abteilung zugehen und bekomme die passende Antwort. Dazu muss ich aber den richtigen Moment erwischen, weil sie viel in Meetings sind. Am Anfang verstand ich bei der Arbeit kein Wort, da sich der Business Wortschatz sehr vom Wortschatz des privaten Lebens unterscheidet. Ich stelle aber fest, dass ich jede Woche mehr verstehe, was mir natürlich sehr Freude bereitet.

Universität in Cambridge
Universität in Cambridge

Die Wochenenden verbringe ich mit meinen Kolleginnen aus der Schule, welche ich während meinen ersten zwei Wochen Vollzeit-Schule kennenlernte. Ich finde es sehr spannend die verschiedenen Kulturen bei der Arbeit sowohl als auch in der Freizeit kennenzulernen. Ich besuchte schon viele schöne Plätze in Wimbledon, in London und ich besuchte auch Cambridge.

Eines meiner speziellsten Erlebnisse hier in England war bis jetzt die Fasnacht mitten im Sommer. Am 26. August hat England einen Feiertag, dann findet in London jedes Jahr der Notting Hill Carnival statt. Die Menschen verkleiden sich bunt, teils mit Federn und tanzen freudig zu Musik in den Strassen. Es war eine sehr eindrückliche Fasnacht.

Mit der U-Bahn erreiche ich in 20 Minuten das Stadtzentrum von London, das ist super! Ich habe schon sehr viel von London gesehen und mache es mir zum Ziel, möglichst viele englische Städte zu besuchen. Zwischenzeitlich sind bereits zwei Monate verflogen und ich freue mich auf die nächsten Herausforderungen. Gerne werde ich wieder in zwei Monaten davon erzählen. See you soon!

Wir sind gerne für dich da.