Live aus London / Bordeaux

24.07.2018

Seit Sommer 2016 können sich angehende Kaufleute im Rahmen des KV Plus für zwei Auslandsemester qualifizieren. Während jeweils sechs Monaten stärken sie so ihre Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Französisch und können am Ende des Aufenthaltes höhere Sprachzertifikate direkt vor Ort absolvieren.

Ihr bereits erworbenes Wissen im kaufmännischen Bereich wird täglich angewandt und ausgebaut. Im Daily Business werden zudem interkulturelle Erfahrungen erweitert und das Selbstvertrauen gestärkt. Organisation bedarf es von A bis Z auch wenn die kaufmännische Schule Luzern und der Arbeitgeber bei Vielem behilflich sind.

In London, genauer gesagt in Weybridge, wird Miriam Abt von August bis Ende Januar bei Schindler Ltd. in den Finanzen arbeiten. Ihr Mitlernender Enea Löffel startet seinen Einsatz in einer externen Firma, nicht weniger international, der CVB Enterprises und darf vertieft im Import / Exportbereich Einsicht nehmen. Unsere beiden Lernenden berichten abwechslungsweise alle 2 Monate von ihren Erfahrungen und nach 6 Monaten wechseln sie ihre Einsatzbereiche. Viel Spass bei der Lektüre.

Miriam Abt
Miriam Abt, Lernende Kauffrau

Miriam Abt

Im Ausland zu leben und zu arbeiten war schon vor der Lehre ein Plan, den ich im Hinterkopf hatte. Dass wir nun sogar während der Lehre die Möglichkeit dazu erhalten, kommt natürlich mehr als gelegen. Vom Auslandjahr wünsche ich mir, dass ich sprachlich voll und ganz profitieren kann und zudem selbstständiger werde. Das ist gleichzeitig auch meine Motivation, denn eine solche Chance bekommen nicht viele. Ich bin mir sicher, dass wir nach einem Jahr mit wertvollen Erlebnissen und Eindrücken in die Schweiz zurückkehren werden.

Enea Löffel
Enea Löffel, Lernender Kaufmann

Enea Löffel

Als ich vom KV plus hörte, war ich sofort begeistert. Ich sah die Chance, meine Kenntnisse in zwei Fremdsprachen im Ausland zu vertiefen und zu erweitern. Natürlich mit dem Bewusstsein, dass es zwischendurch auch Stolpersteine geben wird. Durch das Arbeitspraktikum in zwei verschiedenen Sprachregionen kann ich gleichzeitig Arbeitserfahrungen im internationalen Umfeld sammeln und neue Kulturen kennenlernen. Es war schon immer ein Wunsch von mir, irgendwann im Ausland zu arbeiten. Dank des KV plus und der Unterstützung der Schindler Berufsbildung ist dieser Wunsch bereits früher Realität geworden als gedacht.

White Cliffs Of Dover
White Cliffs Of Dover

Juli - Enea berichtet aus London

Die Tatsache, dass das KV plus Jahr Ende Monat zu Ende gehen wird, ist für mich nur schwer vorstellbar, denn die Zeit verging viel schneller als ich anfangs dachte. Da meine Englischprüfungen bereits Mitte Juni waren, konnte ich die letzten eineinhalb Monate sorgenfrei geniessen und einige schöne Orte besuchen. In der Zwischenzeit habe ich die Prüfungsergebnisse erhalten und ich habe bestanden. Damit bin ich dem Fähigkeitszeugnis einen Schritt näher.

Seit mehr als fünf Wochen hat es in London nicht geregnet und es war immer wärmer als 20 Grad, was nicht gerade normal ist. Aber wie es mit allen aussergewöhnlichen Wettersituationen ist, die Bahnunternehmen sind darauf nicht vorbereitet und deshalb gehören Verspätungen und Zugausfälle zum Alltag. Nach der Erfahrung in Frankreich und England schätze ich die SBB sehr.

In London kann man das schöne Wetter in einem der vielen Parks oder an der Thames geniessen. Mit der Regatta in Kingston und dem Wimbledon Tennisturnier standen viele Optionen zur Verfügung wie man seine Freizeit verbringen konnte.

Viele Mitarbeiter freuten sich natürlich auch, dass sich England fürs Halbfinale an der Fussballweltmeisterschaft qualifizierte. Umso grösser war allerdings der Frust, dass es fürs Finale nicht reichte. Dennoch waren die meisten ziemlich stolz darauf, dass es die Mannschaft soweit geschafft hat.

Während meinen letzten zwei Wochen versuche ich mein ganzes Finanzwissen, dass ich erworben habe, an meinen Nachfolger Manuel weiterzugeben. Er wird meine Stelle für die nächsten sechs Wochen übernehmen bevor Tamara ihr KV plus Jahr startet.

Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich das KV plus gemacht habe und die Schindler Berufsbildung mir dies ermöglicht hat. Die Zeit war grossartig und sehr lehrreich, trotz einigen Schwierigkeiten, die ich hatte. Ich wünsche Anna, Tamara und Benedikt alles Gute für ihr KV plus Jahr und bin sicher, dass sie wunderbare Erfahrungen machen werden.

Juni - Miriam berichtet aus Bordeaux

Es kommt mir vor als sei ich kaum angekommen hier in Bordeaux und nun ist auch schon der letzte Monat vom KV Plus Projekt angebrochen. Mitte Juni hatte ich die französischen Diplomprüfungen (DELF B2) und kann nun die letzten Wochen unbeschwert geniessen. Die Resultate erhalten wir zwar erst am letzten Tag hier in Bordeaux, trotzdem bin ich froh, dass sie vorbei sind.

Pey Berland
Aussicht vom Turm «Pey Berland»

Der Besuch von einer Kollegin gab mir die Gelegenheit, einige Touristenhotspots abzuklappern. Viele davon hatte ich selber zuvor noch nicht gesehen. Ausserdem kam sie rechtzeitig zum «Bordeaux fête le vin», eine riesige Veranstaltung am Quai des Flusses. Auch im Juli wird es durch die WM und das gute Wetter nicht langweilig werden und zum Abschluss steht am letzten Wochenende ein Ausflug nach Paris an, bevor wir uns dann auf den Nachhauseweg machen.

Entgegen meinen Vorstellungen hat es mir in Frankreich etwas besser gefallen als in England. London ist eine unglaubliche Stadt/Metropole, in welche ich gerne als Besucherin zurückkehren werde. Auf die Dauer machten mir die grossen Distanzen und die hohen Preise aber doch zu schaffen. In Bordeaux hatte ich grosses Glück mit der Gastfamilie und den Alltag fand ich angenehmer und dies obwohl ich die Sprache als schwieriger empfinde. Im Laufe der Monate wurde es auch in Französisch immer einfacher mit dem Ausdruck.

Da die Zeit so schnell verging, fühlt es sich komisch an zu wissen, dass meine ursprünglichen Klassenkameraden die Lehre bereits abgeschlossen haben. Der Wiedereinstieg im Unterricht in der Schweiz wird sicher anspruchsvoll, da ich mich in diesem Jahr voll und ganz auf die Sprachen konzentriert habe. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ich während meinem Auslandjahr viel gelernt habe und wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Ich bin sehr froh, diese Chance erhalten zu haben, freue mich aber auch darauf, bald zu meinem gewohnten Alltag zurückkehren zu dürfen.

Mai - Enea berichtet aus London

Die letzten zwei Monate meines Englandaufenthalts haben bereits begonnen und die Zeit wird langsam knapp, um alle gewünschten Destinationen zu besuchen. Am Anfang kam mir die Vorstellung ein Jahr ins Ausland zu gehen unglaublich lange vor, aber wenn ich ehrlich bin, ist die Zeit bis jetzt sehr schnell vorbeigegangen. Sodass ich zurzeit noch nicht ans zurückgehen denken will und meine verbleibende Zeit geniesse.

Die Englischprüfung rückt immer näher und es verbleiben mir weniger als drei Wochen. Unser Lehrer bereitet uns sehr gut auf die Prüfung vor, aber ich muss dennoch viel Zeit in meiner Freizeit investieren, um die Prüfung bestehen zu können.

Im April hatte ich eine Woche Ferien und ich ging mit meinen Eltern nach Schottland. Entgegen allen Voraussagen im Büro, dass das Wetter schlecht sein wird, hatten wir die meiste Zeit Sonne und nur vereinzelt Regen. Leider verpasste ich das Gratis-Glace, dass alle Mitarbeiter aufgrund des warmen Wetters bekamen – es war fast 30 Grad warm.

Urquhart Castle
Urquhart Castle in Schottland

Zurückblickend war es eine sehr gute Entscheidung aus dem Airbnb in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. Ein Haus mit vier anderen Personen zu teilen bedeutet viele neue Erfahrungen und erfordert Anpassungsfähigkeit. Zudem hilft es selbstständig zu werden. Im Gegensatz zu Frankreich bin ich für alle Haushaltsarbeiten selbst verantwortlich. Die Durchschnittsraumgrösse in England ist kleiner als in der Schweiz, was eine Umstellung ist. Da ich aber nicht oft zu Hause bin, beeinträchtigt es mich nicht allzu gross.

Anfangs Juli werde ich mir mit einigen Arbeitskollegen das Testspiel England-Nigeria im Wembley Stadium ansehen, ich freue mich sehr darauf. Nach der royalen Hochzeit von Prinz Harry und Meghan bereiten sich die Pubs und Läden langsam auf die Fussballweltmeisterschaft vor. Ich bin mir sicher, dass in dieser Zeit einiges los sein wird.

April - Miriam berichtet aus Bordeaux

Schon wieder sind zwei Monate vergangen und somit haben wir die Halbzeit vom Bordeaux-Aufenthalt erreicht. Ich habe mich bereits für die Diplomprüfung im Juni angemeldet und letzte Woche hatten wir ein sogenanntes «Examen blanc» auf dessen Resultat ich gespannt bin.

Jeweils an einem Halbtag pro Woche besuchen wir einen Französischkurs. Die beste Prüfungsvorbereitung für mich ist jedoch der Arbeitsalltag, denn da habe ich keine andere Wahl, als die Sprache anzuwenden. In der Freizeit sollte ich mir dies als Vorbild nehmen! Den Arbeitsplatz wechsle ich je nachdem, wo ich gerade am besten helfen kann. Beide Geschäftsstellen haben ihre Vorteile. In der Innenstadt spare ich mir den langen Arbeitsweg. In Mérignac kann ich dafür mit den internationalen Kunden noch etwas Englisch gebrauchen.

Dune du Pilat
Dune du Pilat

Am Anfang des Monats besuchte mich meine Familie. Obwohl es die ganze Woche geregnet hat, haben wir die Gelegenheit für einen Abstecher ans Meer genutzt. Wir besuchten das Städtchen Arcachon sowie die unumgängliche Dune du Pilat. Für die Aussicht von der Spitze aus hat sich sogar der matschige Auf- bzw. Abstieg gelohnt!

Die Stadt Bordeaux kenne ich mittlerweile ziemlich gut und je länger ich hier bin, desto besser gefällt es mir. Endlich ist es nun auch Frühling und das Wetter schreit buchstäblich nach Nachmittagen an der Garonne und Sonnenbrand. Von Bordeaux aus gibt es viele Möglichkeiten für Tagesausflüge (sollte das Zugpersonal ausnahmsweise nicht streiken) und so hoffe ich, auch bald ein Weingebiet besuchen oder vielleicht ein Wochenende in Paris verbringen zu können.

März - Enea berichtet aus London

Inzwischen sind drei Monate in England vergangen und ich habe mich gut eingelebt und fühle mich in der neuen Umgebung sehr wohl. Bei meiner täglichen Arbeit unterstütze ich hauptsächlich die Abteilung Credit Control. Die Abteilung Credit Control ist dazu da, die Kunden zu erinnern, dass sie offene Rechnungen haben und bei Unklarheiten weiterzuhelfen.

Meistens zahlen die Kunden die Rechnungen nicht, weil sie bezweifeln, dass die Arbeiten ausgeführt worden sind und Ihrer Meinung nach die Grundlage dazu fehlt. Daher ist es meine Aufgabe, die nötigen Dokumente zu suchen, die belegen, dass die Arbeiten ausgeführt worden sind. Dies sind meistens Arbeitsrapporte, Bestellungen oder Serviceverträge. Ich erstelle aber auch Auflistungen mit offenen Posten, damit wir einen besseren Überblick haben.

Es ist nicht immer einfach mit den Kunden zu verhandeln, welche die Rechnungen nicht begleichen. Denn sehr oft verlangen sie Unterlagen und Informationen, die für diese Art von Rechnung nicht vorhanden sind. Leider verstehen dies die Kunden nicht immer und es braucht oft mehr als nur einen Versuch um die offenen Posten zu erklären.

Ende Februar, anfangs März kamen wir in den Genuss von Schneefall. Obwohl es nur einige Zentimeter schneite, hatte der Schnee grosse Auswirkungen auf die Fahrplanstabilität der Züge. Es war daher nicht verwunderlich, dass nur wenige Leute den Weg ins Büro auf sich nahmen. Aus Sicherheitsgründen wurde den Mitarbeitern in einer offiziellen Mitteilung sogar empfohlen, von zu Hause aus zu arbeiten.

An den Wochenenden versuche ich wann immer möglich England zu bereisen, vorausgesetzt die Regenwahrscheinlichkeit ist unter 50%. So besuchte ich kürzlich Portsmouth an der Südküste Englands. Ich machte eine Tour durch die Altstadt und lief entlang der Küste. In Portsmouth hat es am Meeresufer einen 170 Meter hohen Turm. Von der obersten Plattform geniesst man bei schönem Wetter eine wunderbare Aussicht auf das Meer und man kann das Geschehen am Hafen von oben betrachten. Das verlängerte Osterwochenende verbrachte ich in Liverpool, einer weiteren Hafenstadt im Nordwesten Englands.

Albert Dock
Albert Dock in Liverpool

Februar - Miriam berichtet aus Bordeaux

Die Zeit in England, mit allen Vor- und Nachteilen, konnten letztlich erfolgreich nach sechs Monaten und bestandener Prüfung abgeschlossen werden. Nach der bestandenen Prüfung und einer Woche Ferien, die leider knapp an der Fasnacht vorbeiging, habe ich mich auf meine neue Herausforderung in Bordeaux gefreut.

Anders als in London bin ich hier in Bordeaux mit der ganzen KV-Plus Gruppe unterwegs und arbeite nicht bei Schindler, sondern bei einer Firma namens Cap Facility. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. An zwei verschiedenen Standorten – einer in Bordeaux selber, der andere in Mérignac in der Nähe vom Flughafen – werden Gebäude sowie Firmen verwaltet und Events für Kunden organisiert.

Wie ich es erwartet hatte, war der Anfang in Frankreich um einiges schwieriger als in England. Ich war sehr froh um den Französisch-Einführungskurs und bekannte Gesichter um mich zu haben. Ich wohne nicht weit vom Stadtzentrum entfernt bei einer Gastmutter. Ich geniesse es sehr, nicht mehr so viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbringen und selber kochen zu müssen. Viele Einwohner sind mit dem Velo unterwegs. Es scheint der einfachste Weg zu sein sich fortzubewegen, daher werde ich mir wohl früher oder später auch eins zulegen.

Place de la Bourse
Place de la Bourse

Die Sprache liegt mir noch nicht so gut. Obwohl ich viel verstehe, besteht meine Antwort meistens aus einem Nicken, Lächeln und hoffen, dass es keine Frage war. Glücklicherweise zeigen alle sehr viel Verständnis dafür und nach den ersten Wochen merke ich schon, wie es immer einfacher wird sich auszudrücken.

Die Stadt mit ihrem Charme, mit ihren alten Gebäuden und ihrer ungestressten Atmosphäre gefällt mir sehr gut. Auch meine Arbeitszeiten sind zwar gleich wie in England, aber die Franzosen scheinen die Sache lockerer anzugehen. Daran könnte ich mich gewöhnen, obwohl ich denke, dass sich dies wahrscheinlich nach den Schulferien ändern wird.

Auch in der Freizeit wird es uns wohl nicht langweilig. Bordeaux ist zwar relativ kompakt, bietet aber alles, was man braucht. Ich freue mich auf den Sommer, obwohl dieser momentan noch sehr weit weg scheint. Ich bin insbesondere auf die anstehenden Ausflüge und was Frankreich in den verbleibenden fünf Monaten alles so mit sich bringt.

Januar - Enea berichtet aus London

Die letzten zwei Wochen in Frankreich waren infolge der Französischprüfung recht intensiv und verplant. Mittlerweile habe ich die Resultate der Prüfung erhalten und bin froh, dass ich sie mit einer guten Note bestanden habe. Nun kann ich mich auf die Englischprüfung vorbereiten, die im Juni stattfinden wird.

Die Weihnachtstage und den Jahreswechsel verbrachte ich in der Schweiz. In diesen zwei Wochen hatte ich Zeit, um meine Familie und Kollegen zu besuchen. Kaum in der Schweiz angekommen, durfte ich schon bald wieder die Koffer fürs nächste Abenteuer in London packen.

In den ersten zwei Wochen war ich in einer Sprachschule und konnte mich sprachlich auf das Praktikum vorbereiten. Der Wechsel zur englischen Sprache war für mich am Anfang verwirrend, denn die französische Sprache war in meinem Kopf präsenter.

An den Wochenenden war das Wetter bisher leider nicht so gut und oft regnerisch. Das Gute am britischen Wetter ist aber, dass man an einem Tag nicht selten das Wetter von allen Jahreszeiten geniessen kann. Das Wetter hielt mich dennoch nicht auf eine Stadttour zu unternehmen.

Piccadilly Circus
Piccadilly Circus

Ende Januar bezog ich eine neue Unterkunft in Kingston, die näher bei Weybridge ist. Kingston bietet in der Freizeit viele Möglichkeiten und es liegt an der «Thames». Das vergangene Wochenende verbrachte ich mit Kollegen aus der Sprachschule um Covent Garden zu besichtigen. Covent Garden ist im Zentrum von London und bietet zahlreiche Marktstände, Unterhaltungsprogramme und Restaurants.

In der ersten Woche bei Schindler wurde ich von Miriam eingeführt. Da die meisten meiner Arbeiten am Anfang des Monats erledigt werden, konnten wir nur Probedurchläufe machen. Ich hoffe, dass ich anhand der Anleitungen die Arbeiten im Februar korrekt ausführen kann. Die Kollegen von Schindler sorgten dafür, dass ich mich wohlfühle und erleichterten mir meinen Einstieg. Dazu gehört ein wöchentliches Treffen im Pub, wodurch ich auch Leute von anderen Abteilungen kennen lerne.

Dezember - Miriam berichtet aus London

Noch keine zwei Wochen ist meine Cambridge Prüfung her und schon geht es in den Endspurt vom England Aufenthalt. Am Anfang schienen sechs Monate wie eine Ewigkeit, mittlerweile habe ich aber Mühe, noch genug Zeit für alles Geplante zu finden. Auch ein Skype Interview mit dem potentiellen Arbeitgeber in Frankreich habe ich bereits hinter mir. Bevor ich jedoch in den letzten Monat starte und schlussendlich der Landeswechsel ansteht, freue ich mich darauf eine Woche Ferien in meiner gewohnten Umgebung in der Schweiz zu verbringen.

Oxford Circus
Weihnachtsdekoration Oxford Circus

Es gibt wohl keinen besseren Ort für die Vorweihnachtszeit als London und obwohl man schon fast im November in die Weihnachtsstimmung «gezwungen» wird, werde ich die extravaganten Beleuchtungen nächstes Jahr vermissen. Bei den kurzen Tagen kann man sich diese auch fast nicht wegdenken!

Ausserdem habe ich passend zur Weihnachtszeit mit einigen anderen KV+ Teilnehmern das Winter Wonderland, eine Art grössere, weihnachtlichere (und gleich überteuerte) Version der Luzerner Määs, besucht.

Auch im Büro bereitet sich man sich fleissig auf die Festtage vor und neben dem Jahresabschluss in der Finanzabteilung findet auch die traditionelle Christmas Party (natürlich im Pub, wo sonst) und der «Christmas Sweater Day» statt, wo für einen guten Zweck der Mitarbeiter mit dem hässlichsten Weihnachtspulli auserkoren wird.

Zusätzlich kam mit dem Schnee, welcher in London ziemlich ungewöhnlich ist, auch das Verkehrschaos und ich verstehe nun auch, warum viele Mitarbeiter eher den Laptop nach Hause nehmen um einen Home Office Tag einzulegen anstelle von mehreren Stunden im Stau zu riskieren.

Es war interessant, einen Einblick in das Controlling zu erhalten und obwohl ich nicht «auf dem Feld» in den Meetings dabei war, hoffe ich dass ich mit meinen Reports und der Unterstützung im Credit Controlling eine Hilfe war. Ich bin mir sicher, dass sich Enea schnell einleben wird und freue mich auf die letzten paar Wochen mit neuen und alten Freunden in der mir nun vertrauten – oder wenigstens vertrauteren – Stadt London, die ich sehr vermissen werde.

November - Enea berichtet aus Bordeaux

Die vier Monate sind in Bordeaux wie im Flug vorbeigegangen und es verbleibt mir nur noch ein Monat und ich werde in London sein. Während meiner Zeit in Bordeaux konnte ich viel an Selbständigkeit dazugewinnen, da ich die meistens Angelegenheiten selbständig geregelt habe. Zudem konnte ich unterschiedliche Erfahrungen sammeln, beispielsweise auf der Arbeit aber auch im Alltag.

Im Oktober sind meine Eltern mich besuchen gekommen und ich habe Ihnen unter anderem meine Unterkunft gezeigt. Glücklicherweise war das Wetter sehr gut und ich konnte mit Ihnen eine Stadtführung machen. Gemeinsam haben wir die längste Einkaufsstrasse Europas angeschaut, die Rue Sainte-Catherine. Aber auch den Platz Quinconces, der mit seinen 12 Hektaren zu den grössten in Europa zählt, durfte nicht fehlen.

Bordeaux – bekannt für den Weinbau. Da ist der Besuch des Dorfes Saint-Emilion Pflicht. Das Dorf Saint-Emilion befindet sich inmitten der Weinbauregion und ist bekannt für seine historisch bedeutenden Gebäude. Deshalb ist die Region von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

Blick über Bordeaux
Blick über Bordeaux

Ende Oktober ging ich nach Toulouse, um das Museum Aeroscopia zu besuchen. Das Luftfahrtmuseum beheimatet unter anderem einen Airbus A300B, zwei Concorde und eine Caravelle. Die Concorde war und ist bekannt für seine Geschwindigkeit: Die Strecke Paris – New York schaffte sie in knapp 3 1/2 Stunden. Wegen eines Unfalls und der schlechten Rentabilität wurde der Betrieb allerdings eingestellt.

Neben dem Museum befindet sich der Flugzeughersteller Airbus und bietet Führungen durch die Fertigung an. So erhielt ich einen Einblick in die Montagehallen, in denen der Airbus A380 fertiggestellt wird. Die Einzelteile werden in den Ländern Spanien, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich gefertigt und anschliessend mit Schiffen, Flugzeugen und Lastwagen nach Toulouse transportiert. Der Transport ist sehr eindrücklich, da die unterschiedlichen Teile des Flugzeuges nicht klein sind.

Meine DELF-Prüfung ist in zwei Wochen und ich wende viel Zeit auf, um mich auf die Prüfung vorzubereiten. Der Vorbereitungskurs, den ich zwei Mal in der Woche besuche, ist sehr gut und wir erhalten viele wertvolle Tipps. Die DELF-Prüfung ist in vier Einzelprüfung aufgeteilt: Hör- und Textverständnis, sowie mündlicher und schriftlicher Ausdruck. Neben der Prüfungsvorbereitung treffe ich mich mit anderen Praktikanten, die zurzeit in Bordeaux sind.

Die Weihnachtszeit beginnt langsam aber sicher auch in Bordeaux. So dekorieren die Geschäfte ihre Schaufenster, die Strassen und Bäume sind mit Weihnachtsbeleuchtung geziert und die Weihnachtsmärkte laden zum Verweilen ein. Dezember bedeutet für mich aber auch, dass der Aufenthalt in Frankreich bald vorbei ist. Daher geniesse ich die letzten verbleibenden Wochen und freue mich auf den Kurztrip nach Paris bevor ich erneut die Koffer packe.

Oktober - Miriam berichtet aus London

Ich weiss nicht, wo die Zeit hingeht. Schon fast hätte ich den Bericht als «September 2017» gespeichert, dabei ist bereits fast die Hälfte vom England Aufenthalt vorbei. Der letzte Monat in dem ich zur Schule gehe fängt bald an und langsam wird mir bewusst, dass die Prüfung immer näher rückt. Die Lehrer bereiten uns ideal auf die Prüfung vor aber einige Teile des schriftlichen Tests machen mir Sorgen und ich muss definitiv noch an meinem Wortschatz arbeiten, wenn ich bestehen will.

Letzte Woche bin ich nach Wimbledon umgezogen und bis jetzt war es noch nicht besonders toll wenn man bedenkt, dass ich eine volle Stunde vom ersten Morgen am Bahnhof verbracht habe weil mein Zug direkt vor mir den Geist aufgegeben hat. Da vermisse ich die SBB schon fast ein wenig. Abgesehen davon gefällt mir der neue Ort aber sehr – es hat alles was man braucht aber trotzdem ist der Arbeitsweg nicht zu lange. Normalerweise.

In der Stadt zu wohnen ist eine ziemliche Umstellung, denn meine ursprüngliche Unterkunft war in einem eher kleinen Vorort und nun kann ich plötzlich zwischen vier verschiedenen Coffeehouse Ketten auf dem Weg zum Bahnhof auswählen (vorausgesetzt ich will noch Geld ausgeben nachdem ich für das überteuerte Zugticket gezahlt habe was ehrlich gesagt nicht der Fall ist).

Die letzten beiden Monate waren ziemlich erlebnisreich und meine Wochenenden bis im Dezember sind verplant. Ich freue mich aber auf jedes einzelne davon, vorallem diese in welchen meine Freunde zu Besuch kommen. Die Herbstferien verbrachte ich im Norden von England – in Manchester und Scarborough um genau zu sein. Zwei Orte welche unterschiedlicher nicht sein könnten.

Manchester ist eine Grossstadt mit vielen Studenten, zum Teil fühlten wir uns wie mitten in einem Uni Campus. Scarborough auf der anderen Seite ist eine kleinere Ortschaft in der meine Kollegin und ich den Altersdurchschnitt wohl um einiges heruntergezogen haben. Beides hat mir aber gefallen und es war super neue Orte zu sehen und Zeit zum Entspannen zu haben.

Küste von Scarborough
Küste von Scarborough

Ich geniesse es, die Stadt kennenzulernen – die Möglichkeiten in London sind endlos. Ich schätze die Chancen, die ich hier erhalte, bin aber froh dass ich einfach im Kontakt mit den Leuten von Zuhause bleiben kann, diese vermisse ich nämlich.

September - Enea berichtet aus Bordeaux

Nach einem sehr warmen August mit Temperaturen weit über 30 Grad, kühlte es im September ab und der Herbst hält auch in Bordeaux langsam Einzug.

Mitte August hatte ich die Möglichkeit mit der Schule die «Dune du Pilat» und die Stadt Arcachon zu besuchen. In Arcachon angekommen, haben wir uns sogleich auf den Weg zum Aussichtsturm gemacht. Die Treppe war sehr eng und steil, oben wurden wir jedoch mit einer schönen Aussicht über die Stadt Arcachon und das Becken von Arcachon belohnt.

Sicht auf Arcachon
Sicht auf Arcachon

Leider hatten wir in Arcachon nicht viel Zeit um die Stadt zu erkunden, für einen Besuch des Strandes hat es aber gereicht. Die «Dune du Pilat» ist nicht weit von Arcachon entfernt. Sie ist die höchste Düne Europas. Nach 160 Treppenstufen kann man eine wunderbare Aussicht über das «Cap Ferret», den Ozean und das Becken von Arcachon geniessen. Auf der Düne ist es oft windig. Der Wind sorgt nicht nur für Abkühlung, er ist auch der Grund, weshalb die Düne jedes Jahr an Höhe verliert und sich leicht verschiebt.

Der «Marché des Capucins» ist eine gute Möglichkeit um die wöchentlichen Einkäufe im Zentrum von Bordeaux zu erledigen. Der Markt eignet sich aber auch um Meeresfrüchte und ein Glas Wein zu geniessen. Zudem sorgen die verschiedenen Marktstände für ein internationales Angebot.

In Bordeaux arbeite ich für eine kleine Firma mit fünf Mitarbeitern. Es ist für mich ein neues Umfeld in einem kleinen Betrieb zu arbeiten. Die Firma organisiert für französische Hersteller von Landwirtschaftsprodukten den Vertrieb und Export ins Ausland. Aufgrund des unzuverlässigen französischen öffentlichen Verkehrs und um die Arbeit besser zu erreichen, habe ich mich entschlossen ein Fahrrad zu kaufen. Der tägliche Verkehr erfordert höchste Aufmerksamkeit, da nicht alle Franzosen den «Code de la route» respektieren.

Die Agentur in Bordeaux, die meine Arbeitsstelle vermittelt hatte, organisierte ein Treffen mit allen Praktikanten, die sie vermittelt hat und zurzeit in Bordeaux sind. Momentan ist eine grosse Gruppe Italiener in Bordeaux. Nach kurzem Kennenlernen unter den Praktikanten machten wir uns auf den Weg zu einem Gymnasium, um uns mit französischen Gymnasiasten auszutauschen. Die Gymnasiasten werden nächsten Jahr ein Praktikum in Grossbritannien absolvieren. Durch das Treffen konnte ich neue Leute kennenlernen.

Jeden Dienstag- und Donnerstagabend besuche ich einen Französischkurs, um mich auf die DELF Prüfung im Dezember vorzubereiten. Ausserdem werde ich Mitte Oktober an einem Projekt teilnehmen, an dem ich über meine Erfahrungen während dem Auslandaufenthalt berichten werde. Zurzeit weiss ich aber noch nicht in welchem Rahmen das sein wird und was meine genaue Aufgabe sein wird.

August - Miriam berichtet aus London

Es kommt mir vor, als wäre ich gerade erst gestern in England angekommen und trotzdem war die Zeit hier schon voller neuer Eindrücke. Glücklicherweise ist bis jetzt alles gut verlaufen (abgesehen von einer Wespenattacke zu welcher ich die Ehre hatte aber dazu keine Details).

Unabhängig zu wohnen ist ziemlich neu für mich, ich habe jedoch schon viele lebensnotwendige Dinge lernen können. Beispielweise, dass man dem Britischen Wetter nicht vertrauen kann oder wie man Tortellini in der Mikrowelle macht. Letzteres sieht man in der Mittagspause hier viel und es ist die Rettung für alle, die entweder zu faul oder zu untalentiert sind um zu kochen. Ausserdem muss ich zugeben, dass ich meine Mutter schon mehr als einmal um Auskunft was Wäsche betrifft gebeten habe. Aber bis jetzt läuft es nicht schlecht.

Das Team ist toll und sie geben sich Mühe, dass sich alle wohl fühlen. Sina (eine andere Praktikantin aus der Schweiz) und ich passen uns schnell an die neue Umgebung an. Der Hauptsitz von Schindler UK ist vor kurzem nach Weybridge umgezogen und das Büro gefällt mir gut. In meiner Abteilung, den Finanzen, haben wir viel Platz, was ich ehrlich gesagt nicht erwartet habe. Den Erzählungen nach war das alte Büro in Sunbury aber viel zentraler, denn hier haben wir keine Läden in unmittelbarer Nähe. Die Food Trucks, die jeden Mittag auffahren, machen das aber zu keinem Problem.

Ausser zu arbeiten besuche ich zweimal in der Woche einen Englischkurs um mich auf die bevorstehende Prüfung vorzubereiten und natürlich mache ich das meiste aus den Wochenenden. An einem sonnigen Tag war ich bereits in Brighton am Meer und diese Woche besuchen mich meine Cousinen. Ich freue mich darauf, bekannte Gesichter um mich zu haben und mit ihnen die Stadt zu erkunden. Ich habe schon sehr viel von London gesehen und mache es mir zum Ziel, so viele Englische Städte wie möglich zu besuchen.

Wir sind gerne für dich da.