29.01.2015

Erstes energieautarkes Solar-Mehrfamilienhaus

In Brütten ZH entsteht ein Mehrfamilienhaus, das völlig abgekoppelt vom üblichen Stromnetz nur mit eigenem Solarstrom funktioniert. Mit dabei auch Schindler mit dem energieeffizienten Standardaufzug Schindler 3300.

Erstes energieautarkes Solar-Mehrfamilienhaus

Energiepionier Walter Schmid hat einmal mehr Grosses vor: Der Gründer der Firma Kompogas und der Umweltarena in Spreitenbach will mit seinem neusten Projekt zeigen, dass ein Mehrfamilienhaus auch in der Schweiz nur mit Sonnenenergie funktionieren kann. Im Frühling geht es in Brütten ZH los mit dem Bau des ersten energieautarken Mehrfamilienhauses der Welt. Dabei wird keine Leitung von einem Stromanbieter zum Gebäude führen.

Die gesamte Energie, die das Haus und die Bewohner in den neun Wohnungen verbrauchen, soll an Ort und Stelle erzeugt werden. Dabei hat sich der Bauherr strikte Auflagen auferlegt: Nicht einmal ein Holzofen soll im Notfall an kalten Wintertagen aushelfen dürfen. Erreicht werden soll das Ziel zum einen mit der Dämmung der Gebäudehülle und dem Einsatz von energieeffizienten Haushaltgeräten. Dazu gehört übrigens auch der Aufzug von Schindler mit der Energierückgewinnung. Walter Schmid war darüber des Lobes voll: «Schindler hat zurzeit den effizientesten Aufzug des Marktes.»

Dach und Fassade als Kraftwerk

Zum anderen bilden das Dach und die Fassade das eigentliche Kraftwerk: Sie bestehen aus Photovoltaikmodulen.

Solaranlagen produzieren bei uns im Sommer zu viel und im Winter zu wenig Strom. Mit der Speicherung der Überschüsse in verschiedenen Systemen kann die Energie beim Haus in Brütten auch in der Nacht und im Winter genutzt werden. Kurzfristig mit Batterien oder mittelfristig mit einem grossen Warmwassertank. Zudem wird aus zehn Prozent des Solarstroms mittels Elektrolyse Wasserstoff hergestellt und gespeichert. Eine Brennstoffzelle wandelt diesen an den ganz kritischen Tagen in Strom und Wärme um.

Kopieren erwünscht

Das Leuchtturmprojekt soll der Bevölkerung aufzeigen, was mit Solarenergie und effizienten Technologie möglich ist. Einzelne Komponenten sollen auch in normalen Häusern verwendet werden können. «Kopieren ist ausdrücklich erwünscht», sagte Schmid anlässlich der symbolischen Grundsteinlegung in der Umweltarena.