Gesetze im Umbruch

Neue Gesetze für mehr Sicherheit
Rechtliche Änderungen

Einklemmen, stolpern, im Aufzug eingeschlossen sein: Ältere Anlagen haben ihre Tücken. Umso wichtiger sind strenge Sicherheitsgesetze.

Kontakt

Schindler Aufzüge AG
Zugerstrasse 13
6030 Ebikon
Schweiz

Telefon: +41 41 445 31 31
info_sch.ch@schindler.com


Eine europäische Sicherheitsinitiative

Jeder Unfall ist einer zu viel. Deshalb arbeiten die Gesetzgeber daran, Aufzüge und Fahrtreppen sicherer zu machen. So haben viele europäische Länder die SNEL (Safety Norm for Existing Lifts) eingeführt, eine Sicherheitsnorm für bestehende Aufzüge. Die Schweiz hat die SNEL im Jahr 2004 als SIA-Norm 370.080 veröffentlicht – für die gesetzliche Umsetzung sind die einzelnen Kantone zuständig (siehe «Fragen & Antworten»).


Die Verantwortung der Eigentümer

Für Schäden, die aus mangelhaftem Unterhalt von Aufzügen und Fahrtreppen entstehen, haften die Hausbesitzer. Damit Sie bei einem Unfall als Hausbesitzer kein juristisches Verfahren riskieren, müssen Sie Ihre Anlagen den heutigen Standards anpassen.

So viel Sicherheit muss sein

Egal, wie die Gesetze in Ihrem Kanton aussehen – die Mängelhinweise des Verbands Schweizerischer Aufzugsunternehmen sollten Sie auf jeden Fall beachten
und beheben:

  • fehlende Kabinenabschlusstüren
  • ungenügende Anhaltegenauigkeit derAufzugskabine
  • fehlende oder unzulängliche Notrufeinrichtung

Fragen & Antworten

Welche Risiken bergen ältere Aufzüge?

Ältere Aufzüge bergen diverse Risiken. Die prominentesten sind

  • Ungeeignetes Glas in Schachttüren
  • Kabine ohne Türen
  • Antriebssystem mit schlechter Anhalte-/Nachregelungsgenauigkeit
  • Fehlende oder unzulängliche Puffer
  • Fehlende oder unzulängliche Notrufeinrichtung
  • Unzulängliche Schliesseinrichtung an Zugangstüren zum Schacht und zur Schachtgrube
  • Unsichere Verriegelungseinrichtung der Schachtüren
  • Entriegelung der Schachttüre ohne besonderes Werkzeug
  • Teilumwehrung Schacht mit zu niedriger Umwehrung 
  • Fehlender abschliessbarer Hauptschalter

Wer haftet bei einem Unfall?

Grundsätzlich haftet der Aufzugseigentümer nach OR Artikel 58.

Was bedeutet ESBA?

Die Richtlinie zur «Erhöhung der Sicherheit an bestehenden Aufzügen» (ESBA) enthält sieben Kriterien zur Anpassung älterer Anlagen an den heutigen Stand der Technik. Sie basiert auf der europäischen Norm SNEL und wurde im September 2008 von der Baudirektion Zürich in Kraft gesetzt.

Kriterien

‒     Antriebssystem mit schlechter Anhaltegenauigkeit

‒     ungeeignetes Glas in Schachttüren

‒     kritisches Verhältnis von Nutzfläche zur Nennlast

‒     Kabine ohne Abschlusstüren

‒     fehlende oder unzulängliche Notbeleuchtung in der Kabine

‒     fehlende oder unzulängliche Puffer

‒     fehlende oder unzulängliche Notrufeinrichtung

 

Umsetzung

Die kantonale Aufzugskontrolle wird die Umsetzung der ESBA-Richtlinie bei der nächsten ordentlichen, periodischen Kontrolle verfügen. Die Umsetzung wird aber auch bei einem geplanten Aufzugsumbau angeordnet.

Was bedeutet SNEL

Die «Safety Norm for Existing Lifts» (SNEL) ist eine europäische Sicherheitsnorm und bezieht sich auf 74 Gefährdungspunkte bei bestehenden Aufzügen.

Was ist die L5?

Im Kanton Genf gilt das «Règlement concernant les ascenseurs et montecharges» (Reglement für Personen- und Lastenaufzüge). Hier mussten zehn sicherheitsrelevante Kriterien bei älteren Aufzügen in zwei Etappen an den heutigen Stand der Technik angepasst werden.

Umgesetzte Punkte

‒     ungeeignetes Glas in Schachttüren

‒     Kabine ohne Abschlusstüre

‒     Antriebssystem mit schlechter Anhalte-/Nachregelungsgenauigkeit

‒     fehlende oder unzulängliche Puffer

‒     fehlende oder unzulängliche Notrufeinrichtung

‒     unzulängliche Schliesseinrichtung an Zugangstüren zum Schacht und zur Schachtgrube

‒     unsichere Verriegelungseinrichtung der Schachttüren

‒     Entriegelung der Schachttüre ohne besonderes Werkzeug

‒     Teilumwehrung Schacht mit zu niedriger Umwehrung

‒     fehlender abschliessbarer Hauptschalter

Wie ist die Situation in meinem Kanton?

Kanton Zürich

Für bestehende Aufzüge gilt die ESBA.

 

Kanton Genf

Für bestehende Aufzüge gilt die L5.

 

Kanton Freiburg

Rund die Hälfte der 6000 Aufzüge entspricht nicht den SNEL-Normen.
Deswegen wird die Freiburger Regierung während einer allgemeinen Revision des
Feuerpolizei-Gesetzes eine Sicherheitsbestimmung für bestehende Aufzüge
ausarbeiten und sich dabei an den Zürcher ESBA-Richtlinien orientieren.

 

Kanton Tessin

Seit 2014 fordert ein neues Gesetz mehr Sicherheit bei bestehenden
Aufzügen – dies betrifft Modernisierungen wie Ersatzanlagen. Letztere müssen
baubewilligt und durch ein zertifiziertes Unternehmen abgenommen werden. Auch
für die periodischen Kontrollen sind zertifizierte Anbieter nötig.

 

Bei Modernisierungen müssen zudem die sieben wichtigsten SNEL-Gefährdungspunkte
behoben werden:

 

‒     schlechte Anhaltegenauigkeit des Antriebssystems

‒     ungeeignetes Glas an den Schachttüren

‒     kritisches Verhältnis von Nutzfläche zu Nennlast

‒     Kabinen ohne Kabinenabschlusstür

‒     fehlende oder unzulängliche Notbeleuchtung in der Kabine

‒     fehlende oder unzulängliche Puffer

‒     fehlende oder unzulängliche Notrufeinrichtung

 

Übrige Kantone

Die Schweizerische Vereinigung für Aufzugssicherheit empfiehlt, folgende
Mängel zu beheben:

 

‒     fehlende Kabinenabschlusstüren

‒     ungenügende Anhaltegenauigkeit der Aufzugskabine

‒     fehlende oder unzulängliche Notrufeinrichtung

Wo kann ich mich zu SNEL, ESBA und L5 informieren?

Bitte wenden Sie sich an das Eidgenössische Inspektorat für Aufzüge (EIA), an die zuständigen kantonalen Behörden, an den Verband Schweizerischer Aufzugsunternehmen (VSA) oder an die Spezialisten von Schindler Schweiz.
 

Wer prüft, ob eine Aufzugsanlage SNEL bzw. ESBA entspricht?

In allen Kantonen kann dies ein Aufzugsfachbetrieb übernehmen. Im Kanton Zürich stellt die kantonale Aufzugskontrolle bei den ordentlichen, periodischen Überprüfungen die ESBA-Konformität fest.
 

Zuwarten, modernisieren oder ersetzen?

Wir sehen uns Ihren Aufzug gerne an und beraten Sie, wie Sie am besten vorgehen. Kontaktieren Sie uns!