Prüfungen

Aufzüge müssen regelmäßig durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) geprüft werden. Die Prüffristen legt der Betreiber gemeinsam mit dem Wartungsunternehmen fest. Die Höchstfrist von zwei Jahren zwischen zwei Hauptprüfungen darf dabei allerdings nicht überschritten werden. Dazwischen sieht die BetrSichV jeweils Zwischenprüfungen vor.

Prüffristen

Eine wichtige Änderung in der BetrSichV: Die Frist für die spätestens alle zwei Jahre anstehende wiederkehrende Prüfung durch die zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) kann verkürzt werden, wenn die Anlage in einem schlechten Zustand ist. Damit drohen häufigere Prüfungen und höhere Kosten.

Jedes Jahr wird geprüft
Das maximale Prüfintervall liegt jetzt für alle Aufzüge bei zwei Jahren. In der Mitte des Prüfzeitraums zwischen zwei Prüfungen ist zudem eine weitere Prüfung (Zwischenprüfung) durchzuführen. Dafür ist ebenfalls eine ZÜS zu beauftragen.

Prüfung vor Inbetriebnahme

Bisher war es möglich, einen neuen Aufzug zu nutzen, sobald er in Verkehr gebracht, d.h. entsprechend den gültigen Normen und Vorschriften betriebsbereit vom Montagebetrieb übergeben wurde. Jetzt darf der Aufzug erst betrieben werden, wenn die Anlage vor der Inbetriebnahme von einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) geprüft wurde. Auch wenn sicher viele Aufzugsfirmen die Koordinierung und Abwicklung der Prüftermine im Auftrag des Kunden übernehmen – die Verantwortung liegt hierfür in der Hand des Betreibers.

Inverkehrbringung:
Inverkehrbringung ist der Zeitpunkt, zu dem der Montagebetrieb den Aufzug dem Benutzer betriebsbereit und entsprechend den gültigen Normen und Vorschriften zur Verfügung stellt. Damit enden die Pflichten des Montagebetriebs. Ab hier greift die neue Betriebssicherheitsverordnung und beginnen die Pflichten des Betreibers.

Inbetriebnahme:
Inbetriebnahme ist die erstmalige bestimmungsgemäße Verwendung des Aufzugs durch den Arbeitgeber/Betreiber. Grundlage hierfür ist die Betriebssicherheitsverordnung.

Die zugelassenen Überwachungsstellen:
Die zugelassenen Überwachungsstellen sind anerkannte Prüfstellen wie TÜV, Dekra oder GTÜ, die vorgeschriebene Prüfungen von überwachungsbedürftigen Anlagen durchführen. Eine Liste mit zugelassenen Überwachungsstellen finden Sie hier.

Was wird vor der Inbetriebnahme geprüft?
Es werden zum einen die notwendigen Unterlagen (technische Unterlagen, Konformitätserklärung, Notfallplan etc.) überprüft und zum anderen Prüfungen am Betriebsort durchgeführt. Notrufsystem, Notfallplan und sicherheitstechnische Schutzmaßnahmen werden dabei ebenso unter die Lupe genommen wie aufzugsexterne Sicherheitseinrichtungen, die zum sicheren Betrieb der Aufzugsanlage erforderlich sind z.B. Notstromversorgung von Feuerwehraufzügen.

Tipp: Mit Abschluss eines Servicevertrages inklusive des Vertragsmoduls Prüfung plus unterstützt Sie Schindler auch bei der "Prüfung vor Inbetriebnahme" durch eine ZÜS.

Prüfplakette

Die offensichtlichste Änderung der neuen BetrSichV ist die Prüfplakette, die verpflichtend im Aufzug anzubringen ist. Auf diese Weise kann der Nutzer eines Aufzugs – ähnlich wie bei der Plakette am Auto – sehen, wann die nächste Prüfung des Aufzugs ansteht. Damit kommt der Gesetzgeber einer schon oft in der Branche geforderten Kennzeichnungspflicht nach. Bisher gibt es keine Möglichkeit, bereits beim Betreten eines Aufzugs zu erkennen, ob die Anlage regelmäßig gewartet und geprüft wird.

Wer ist für die Prüfplakette verantwortlich?
Der Betreiber ist verantwortlich, dass eine Prüfplakette am Aufzug angebracht wird. Die Plakette wird von einer zugelassenen Überwachungsstelle nach erfolgter Prüfung vergeben.

Was muss auf der Plakette angegeben sein?
Der nächste Prüftermin der wiederkehrenden Prüfung sowie die festlegende Stelle.

Haben die Plaketten ein einheitliches Format?
Nein, je nach festlegender Stelle (ZÜS) werden sich die Plaketten unterscheiden. Ist der Aufzug mit einem Display ausgestattet, dürfen die erforderlichen Angaben auch dort angezeigt werden.

Warum überhaupt eine Plakettenpflicht?
Die Plakette schafft mehr Transparenz und soll Aufzugfahren noch sicherer machen, indem der Druck auf die Betreiber erhöht wird, ihren Prüfpflichten nachzukommen. Außerdem wird das subjektive Sicherheitsgefühl der Nutzer gestärkt.