06.07.2015

Solar Impulse 2 nach Rekordflug erfolgreich auf Hawaii gelandet

Der 62jährige André Borschberg landete letzten Freitag abend, 3. Juli 2015, mit Solar Impulse 2 nach einem 118 Stunden-Flug sicher auf dem Kalaeloa-Flughafen in Hawaii. 

Solar Impulse 2 nach Rekordflug erfolgreich auf Hawaii gelandet
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Damit stellte er gleich zwei Weltrekorde auf: Jenen für den längsten Soloflug und jenen für die längste, mit einem Solarflugzeug überwundene Distanz (8285 km). Auch Mitarbeitende von Schindler Hawaii bereiteten dem Schweizer auf dem Flughafen in Hawaii einen herzlichen Empfang. Als einer der Hauptpartner unterstützt Schindler das innovative Projekt.

Der Flug nach Hawaii war sehr anspruchsvoll, sowohl für das Team im Mission Control Center in Monaco wie für André Borschberg im Cockpit. Das ruhige Wetter half schliesslich dem Rekordflieger sehr, denn das ausgewählte Zeitfenster war das idealste seit April. Damit erwies sich auch der Entschluss, so lange mit dem Start von Solar Impulse 2 zuzuwarten, im Nachhinein als richtig.

Pilot André Borschberg sah sich während des 5-Tage-5-Nächtefluges extremen Herausforderungen ausgesetzt. Er musste 118 Stunden in einem unbeheizten, gepolsterten, 3.8 m3 grossen Cockpit ausharren und konnte sich jeweils nur mit kurzen Schlafpausen von 20 Minuten erholen. Dabei war er Temperaturextremen zwischen +40°C und -40°C ausgesetzt. Trotz allem überstand der Pilot den Rekordflug in sehr gutem gesundheitlichen Zustand und hatte weder Kopfweh noch andere gesundheitliche Beschwerden.

Entscheidend zum Erfolg trug aber auch das Mission Control Center in Monaco bei. Dessen Crew besteht aus 50 Ingenieuren, Meteorologen, Mathematikern und Fluglotsen, die nonstop den Flug von Nagoya nach Hawaii begleiteten und André Borschberg unterstützten. Unter ihnen ist auch der Schindler Elektroingenieur Martin Pfister, der zusammen mit anderen Ingenieuren alle elektrischen und elektronischen Komponenten des Solarflugzeuges überwacht, insbesondere auch die für die Stromproduktion enorm wichtigen Solarpannels.

Es gab während des Fluges einige kleinere technische Probleme, die durch die Ingenieure in Monaco aber gut kontrolliert und gelöst werden konnten. Alles in allem funktionierte Solar Impulse 2 aber sehr gut.

Hawai Team Solarimpulse
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Der abenteuerliche Flug nach Hawaii löste ein überwältigendes Medienecho aus. Wie Bertrand Piccard, Initiator und zweiter Kapitän des Solarfliegers, jedoch betonte, gehe es beim Rekordflug um die Welt nicht einfach darum, Passagiere zu befördern. Man wolle damit vor allem die „Future is Clean“-Initiative unterstützen. Im Zentrum steht der Beweis, dass heute technologische Lösungen existieren, um ein Flugzeug Tag und Nacht ohne fossilen Treibstoff in der Luft zu halten. Diesen Beweis habe der Flug von Nagoya nach Hawaii erbracht. Das gleiche Potential existiere auch bei effizienten Technologien für unseren Alltag, mit denen man wesentliche Energieeinsparungen und damit eine Reduktion der CO2-Emissionen erreichen könne.

Das Solar Impulse 2-Team wird nun einige Tage in Hawaii verbringen, wo Unterhaltsarbeiten am Solarflieger vorgenommen werden. Anschliessend wird der Solarflieger, diesmal mit Bertrand Piccard am Steuer, nach Phoenix im US-Staat Arizona (4500 km) weiterfliegen.