05.02.2013

Erster Solar-Aufzug erfolgreich in Betrieb

Schindler testet in Barcelona erstmals einen Aufzug mit Solarantrieb. Ziel der Entwicklung ist, dass mit Hilfe von Sonnenenergie der gesamte Strombedarf von Aufzügen in Wohn- und kleineren Geschäftsgebäuden gedeckt werden kann. Das senkt die Betriebskosten für Gebäudeeigentümer signifikant.

Der Prototyp eines solarbetriebenen Aufzugs des Modells Schindler 3300 wurde in einem fünfstöckigen Gebäude im Barrio Garcia installiert. «Unsere technische Lösung funktioniert einwandfrei: Die Solarmodule auf dem Dach laden eine Batterie auf und ein «intelligenter Energie-Manager» leitet diese erneuerbare Energie an den Aufzug weiter», erläutert Eric Rossignol, R&D System Project Manager bei Schindler. «Der Prototyp in Barcelona hat uns interessante Einblicke gewährt und gezeigt, was wir noch besser machen können – diese Erkenntnisse setzen wir gerade in die Praxis um.»

Je nachdem, wie häufig der Aufzug tagsüber benutzt wird, kann der installierte Prototyp derzeit im Jahresdurchschnitt so viel Sonnenenergie liefern, wie nötig ist, um fast die Hälfte des Energiebedarfs des Aufzugs zu decken. Der Rest wird aus dem Netz bezogen. Wird die von den Solarmodulen auf dem Dach gewonnene Energie nicht benötigt, wird sie in Batterien gespeichert, bis sie gebraucht wird. Alternativ kann sie für die Versorgung anderer Gebäudeanwendungen bereitgestellt werden. Die Module auf dem Dach sind gross genug, um die Energie für den Betrieb des Aufzugs auch im Winter bei weniger Sonnenstunden sicherzustellen.

Wie lange der Markt noch braucht, um sich für Solaraufzüge zu erwärmen, ist ungewiss – zweifelsohne aber stellt der Prototyp einen bedeutenden Fortschritt dar. «Schindlers Engagement für das experimentelle Solarflugzeug Solar Impulse hat uns zu diesem Vorhaben inspiriert», sagt Alain Garrigue, EU-S NI/MOD Business Manager und leidenschaftlicher Verfechter dieser Idee. «Die Automobilbranche mit ihren Hybridmodellen hat es vorgemacht... auch wir müssen die Grenzen der Technik heute immer wieder neu ausloten, um an der Spitze zu bleiben und unseren Kunden immer nachhaltigere Mobilitätslösungen anbieten zu können.»